Tamara Minder

An-ge-dacht

Frohe Ostern<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>477</div><div class='bid' style='display:none;'>4689</div><div class='usr' style='display:none;'>49</div>

Eine freudige Osterzeit...

Karfreitag und Ostern stehen vor der Tür. Und dabei ist der Karfreitag -nicht Ostern oder gar Weihnachten- der höchste evangelisch-reformierte Feiertag. Warum?

Nach evangelisch-reformiertem Verständnis liegt in Gottes Sterben in seinem Sohn am Kreuz seine grösste Liebestat uns Menschen gegenüber. Wir sind schuldig vor Gott. Wir sind schuldig vor unseren Mitmenschen. Wir sind schuldig an der Schöpfung und ihren Geschöpfen. Schuldig, weil wir immer wieder ganz bewusst oder unbewusst lieblos, herzlos, erbarmungslos, ichsüchtig, gewinnsüchtig, rechthaberisch unser Leben leben. Und dabei ist es nicht «unser» Leben, denn es ist Gottes Geschenk an uns, dass wir leben und leben können. Das ist uns nicht bewusst oder wir leugnen dies, wollen es nicht glauben und meinen, wir würden leben aus uns heraus, – wir wollen «frei» sein.

Doch wir verstricken uns in uns selbst, werden Gefangene unserer selbst – jagen dem Erfolg, Wohlstand, Ansehen hinterher und verlieren unser Leben, weil wir die Liebe verloren haben.

Die Liebe Gottes zu uns, die Liebe zum Leben haben wir verloren, weil wir den Bezug zu unserem Ursprung verloren haben. Wir haben verlernt, dankbar zu sei für das Geschenk und Wunder des Lebens – unseres und das eines jeden anderen Menschen. Das Staunen und die Ehrfurcht vor dem Leben sind uns abhanden gekommen.

In der Zumutung der Unglaublichkeit der Botschaft, dass Gott selbst in seinem Sohn für all unsere Lieblosigkeit und Schuld ans Kreuz gegangen ist, liegt für uns die Chance neu zu beginnen – neu zu leben. Wer mit dem Herzen auf den Gekreuzigten schaut, der wird in ihm die Liebe und neues Leben sehen.

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Karfreitag und eine freudige Osterzeit.

Pfarrer Michael Lo Sardo

Bereitgestellt: 28.03.2019     
aktualisiert mit kirchenweb.ch