Tamara Minder

Passion

3 Kreuze Passion<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde-ammerswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>16</div><div class='bid' style='display:none;'>586</div><div class='usr' style='display:none;'>8</div>

Ein paar Gedanken zur Passionszeit.
«Wenn das hier vorbei ist, dann mach ich drei Kreuze!» sagte zu mir ein Mann in einem Gespräch die Tage.

«Drei Kreuze machen» ist ein Ausdruck der mir schon seit Kindertagen wohl bekannt ist.

Wir sind in der Passionszeit, der Zeit, die vor Karfreitag und Ostern liegt. Es ist die Leidenszeit Jesu, in der er wissentlich auf das Kreuz auf Golgatha zugeht. Er leidet innerlich, denn auch Gottes Sohn kennt die Angst vor dem Tod.

Seit Jahrhunderten verzichten Christinnen und Christen in dieser Fastenzeit auf bestimmte Dinge, um durch den Verzicht auf alltäglich Liebgewonnenes ein stückweit zu empfinden, was Leiden heissen mag. War früher seitens der Kirchen vorgegeben, was man noch durfte oder nicht, so ist das heute ganz individuell, was Menschen sich für die Passionszeit vornehmen.

Passionszeit 2020! Es leidet die ganze Menschheit. Zu Abertausenden erkranken sie; zu Tausenden sind sie schon gestorben. Ein Virus geht um in der Welt, der uns das Fürchten lehrt. Ein Einzeller, der die Krone der Schöpfung in ihre Schranken weist.

Weltweit sind Massnahmen getroffen, um die Ausbreitung einzudämmen; das Gesundheitswesen und die Forschung laufen auf Hochtouren und das alltägliche Leben ist für viele erheblich eingeschränkt. Und doch gilt für uns hier und jetzt, dass wir vergleichsweise mal wieder und immer noch auf der Sonnenseite der Menschheit in dieser Welt leben. Doch der Virus kennt keinen Unterschied ob arm oder reich, ob «unbedeutend» oder berühmt. Er lehrt uns alle das Fürchten.

Doch lehrt er uns auch die Ehrfurcht? Die Ehrfurcht vor dem Leben – dem eigenen und vor allem auch dem der anderen? Und wer ist dann überhaupt der andere; der nächste?

Viele haben Angst, dass wenn das hier vorbei ist, die Welt nicht mehr so ist, wie sie sie kennen; sie nicht mehr so leben werden, wie sie es gewohnt waren; es ihnen schlechter geht!

Alles wird gut? Die Frage ist nur: «Für wen?»

Mensch, wer bist Du, dass Du meinst, dass Du selbst dann noch am Leben bist????

Wir sollten drei Kreuze machen, hier und jetzt! Drei Kreuze für Glaube, Hoffnung, Liebe.

Für den Glauben, dass unser Leben ein unendlich wertvolles Geschenk des Höchsten ist und er uns in Christi Tod und Auferstehung nach unserer Zeit im Hier und Jetzt mit ihm auch auferstehen lässt.

Für die Hoffnung, dass selbst im grössten Leid, des nahenden Todes etwas Gutes angelegt sein mag; dass sich etwas ändern mag auf dieser Welt für alle, die darin leben.

Für die Liebe, dass wir uns geliebt wissen vom Schöpfer alles Lebens und deshalb immer mehr lernen zu lieben alle Geschöpfe mit denen wir leben. Denn wo nicht die Liebe in uns lebt; unser aller Leben bestimmt, da sind wir letztlich schon lebendig tot.

Lassen Sie uns drei Kreuze machen als Pluszeichen für das Leben!

Herzliche Grüsse.
Pfarrer Michael Lo Sardo
Bereitgestellt: 07.04.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch