Tamara Minder

An-ge-dacht

Mühle<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde-ammerswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>16</div><div class='bid' style='display:none;'>797</div><div class='usr' style='display:none;'>8</div>

Gottes Mühlen mahlen langsam aber gerecht!
Mit diesem Satz mag sich schon das eine oder andere Mal jeder von uns getröstet haben. Denn da gibt es Menschen, die machen einfach mit anderen was sie wollen. Da wird über andere hergezogen, ihnen einfach der eigene Wille aufgezwungen; über sie bestimmt, was gut oder schlecht für sie sei oder ganz einfach die eigenen Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt.

Und wenn man sich dann nicht alles gefallen lassen will, dann bekommt man Sätze wie: „Mit dieser Haltung tun sie sich aber keinen Gefallen“ zu hören. Oder wenn man sich gar zur Wehr setzt, dann heisste es: „War das denn wirklich nötig, einen Anwalt einzuschalten? Das wäre doch auch anders lösbar gewesen.“ Das gibt es überall: In Familien, bei der Arbeit, mit Vertragspartnern oder mit Behörden.

Gottes Mühlen mahlen langsam aber gerecht! Mit diesem Satz möchte man sich dann selber Trost zusprechen, dass der Andere schon vom Herrgott irgendwann die Rechnung präsentiert bekommt, für den Ärger, den Schmerz, die Lieblosigkeit, die Sorgen und Ängste, die einem durch ihn widerfahren sind. In der im Konflikt empfundenen eigenen Hilflosigkeit ist das ein Trost, dass der „Übeltäter“ über kurz oder lang schon zur Rechenschaft gezogen wird. Das kann durchaus helfen, dass man in erster Linie für sich und nicht gegen den anderen eintritt / kämpft.

Gottes Mühlen mahlen langsam aber gerecht! Das sollte man sich aber auch immer mal wieder selber sagen und sich dabei daran erinnern, dass das auch für einen selber gilt. Irgendwann bekomme auch ich die Rechnung präsentiert und muss mich verantworten für das. was ich gesagt, getan und gelassen habe. Und man bedenke! Wir alle werden mit dem gleichen Mass gemessen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern."

Dies noch für all diejenigen, die mit "Gott" nicht viel am Hut haben: All unser Tun und Lassen; alles wie wir hier und jetzt mit unserer Umwelt – unserem Lebensraum - umgehen, ist nicht vergessen. Die Natur hat bei all ihrer Selbstheilungskraft ein langes Gedächtnis. Und nicht erst heute, sondern schon lange bekommen auch wir die Konsequenzen der Sünden aus früheren Jahrzehnten zu spüren. Wieder einmal spüren die Länder und Menschen der "Dritten und Vierten Welt" sie deutlicher als wir. Wir leben immer noch auf der "Sonnenseite" dieser Erde. Doch dies ist ganz sicher:

"Die Mühlen der Natur mahlen langsam aber gründlich."

Ein jeder Tag unseres Lebens ist ein Buss- und Bettag!

Eine gesegnete Zeit.
Ihr Pfarrer Michael Lo Sardo
Bereitgestellt: 27.08.2020     Besuche: 65 Monat 
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