Tamara Minder

An-ge-dacht

Ostern - Licht und Schatten <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Barbara&nbsp;Wegmann)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>262</div><div class='bid' style='display:none;'>2833</div><div class='usr' style='display:none;'>562</div>

Uns allen einen gesegneten Karfreitag und fröhliche Ostern.
«Was ist das für ein rachsüchtiger, grausamer Gott, der es braucht, dass da einer am Kreuz jämmerlich sterben muss?» sagte einmal ein älterer Herr zu mir. Dabei sagte er nicht «sterben» sondern «verrecken»! Ein Wort, dass einem doch irgendwie zu hart, zu grausam klingen mag – doch letztlich ist es das angemessenere. Denn die Kreuzigung war zu Jesu Zeit die grausamste und schändlichste Hinrichtungsweise, die im jüdischen Land von den Römern praktiziert wurde. Öffentlich zur Schau gestellt wurde ein Mensch qualvoll vom Leben zum Tod gebracht.
Aber das war nicht das eigentliche Problem dieses Mannes, sondern dass es Gott überhaupt brauchen würde, dass einer für die Besänftigung Gottes sterben muss.

Doch wer ist da eigentlich nach biblischer Botschaft am Kreuz gestorben? Es ist der erwachsen gewordenen kleine Junge, der rund 30 Jahre zuvor als kleines Kind in der Krippe zu Bethlehem zur Welt gekommen ist. Das Kind, weshalb wir zu Weihnachten feiern, dass Gott selbst Mensch geworden ist in seinem Sohn. Er ist das Opferlamm, der Sündenbock!

Und nicht Gott ist derjenige, der es braucht, dass da einer jämmerlich verreckt. Wir Menschen sind es, die wach gerüttelt werden müssen. Denn wir haben uns abgewandt von dem, der alles Leben schenkt und uns auf den Weg der Zerstörung und des Todes begeben. Vieles von dem, was wir tuen dienst nicht dem Leben und folgt nicht dem Gebot der Liebe. Lieblos ist vielfach unser Umgang miteinander sowohl im engsten Kreis unseres Lebens, als auch im Grossen der Welt und im Umgang mit der Schöpfung, die die Grundlage unseres Lebens auf diesem Planeten ist.

Es ist der unendlich liebende Vater, der seine Kinder wachrütteln will und sich selbst ans Kreuz hängen lässt, damit wir auf den Weg der Liebe und dem, was das Leben fördert, umkehren.

Johannes 3,16: «Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.»

Uns allen einen gesegneten Karfreitag und fröhliche Ostern.
Pfarrer Michael Lo Sardo
Bereitgestellt: 26.03.2021     Besuche: 39 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch