Tamara Minder

An-ge-dacht

Fussspuren im Sand (Foto: David Jufer)

Die Zusage von Gott haben wir!
Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel! Lukas 12,22-24

Wie schön doch diese Zeilen zu lesen sind!
Aber ist es wirklich so einfach? Das Leben ist nicht immer auf der Sonnenseite. Armut, Krankheit, Krieg oder einfach die alltäglichen Probleme sind da. Wir müssen diese Lebensabschnitte oder Eingriffe bewältigen. Oft zeigt sich das schwerer als wir denken. Wir verlieren uns in den Sorgen und es entsteht ein Vakuum, so dass wir blockiert sind und uns mit diesen «Sorgen» buchstäblich zudecken.

Das Wort «loslassen» habe ich in den letzten Jahren oft gehört. Es sagt sich einfach und es wäre auch, wenn wir uns nicht selbst im Weg stehen würden. Die Zeilen, die Sie oben lesen, bedeuten viel mehr als Essen. Die Zeilen bedeuten Fürsorge und Liebe, die wir in Anspruch nehmen dürfen. Nein, wir müssen nicht, wir DÜRFEN! Manchmal stossen wir an Grenzen und denken, es geht nicht weiter. Das Leben macht keinen Halt, der Weg geht weiter. Loslassen bedeutet nicht aufgeben oder Resignieren, nein loslassen bedeutet: Vertrauen! Vertrauen, dass es gut kommt oder dass sich die Situation verändert. Vertrauen haben wir nicht einfach so in uns. Um Vertrauen zu können, müssen wir loslassen. Wenn das Vertrauen nicht da ist, entsteht dieser «Sorgehaufen» indem wir verharren. Loslassen ist eine Befreiung. Und das Wissen, dass da Einer ist der Alles sieht und uns begleitet ist wunderbar! Die Zusage von Gott haben wir!

Susanne Vögeli, Sozialdiakonin
Bereitgestellt: 28.05.2021     Besuche: 40 Monat 
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