Tamara Minder

An-ge-dacht

Neujahr (Foto: Werner Näf)

Etwas Gutes mit auf den Weg geben..
Dieses Jahr 2021 hat uns allen wieder einmal viel abverlangt, uns mit unserem Verständnis und unserer Toleranz sehr gefordert.

Was uns so tief belastet und uns umgetrieben hat, möchte ich hier nicht mit Namen benennen, weiss doch auch so jeder, was eine solche Spaltung zwischen uns Menschen hervorgerufen hat.

Stattdessen möchte ich Ihnen etwas Gutes sagen, Ihnen allen einen jüdischen Segen für das Neue Jahr mit auf den Weg geben, der mich sehr beeindruckt hat und von dem ich hoffe, dass wir ihn uns zu Herzen nehmen und er Anwendung bei uns finden wird:


Jüdischer Segensspruch

Ich wünsche dir Augen,
mit denen Du einem Menschen ins Herz schauen kannst
und die nicht blind werden, aufmerksam zu sein auf das,
was er von dir braucht.
Ich wünsche dir Ohren,
mit denen Du auch Zwischentöne wahrnehmen kannst,
und die nicht taub werden beim Horchen auf das,
was das Glück und die Not des anderen ist.
Ich wünsche dir einen Mund,
der das Unrecht beim Namen nennt,
und der nicht verlegen ist,
um ein Wort des Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.
Ich wünsche dir Hände,
mit denen du liebkosen und Versöhnung bekräftigen kannst,
und die nicht festhalten,
was du in Fülle hast und teilen kannst.
Ich wünsche dir Füsse,
die dich auf den Weg bringen, zu dem, was wichtig ist,
und die nicht stehen bleiben,
vor den Schritten, die entscheidend sind.
Ich wünsche dir ein Rückgrat,
mit dem du aufrecht und aufrichtig leben kannst,
und das sich nicht beugt,
vor Unterdrückung, Willkür und Macht.
Und ich wünsche dir ein Herz,
in dem viele Menschen zu Hause sind,
und das nicht müde wird,
Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.


Christiane Schuster, Kirchenpflegepräsidentin
Bereitgestellt: 29.12.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch