Tamara Minder

An-ge-dacht

Foto Berglandschaft (Foto: z.V. Pfarrer Michael Lo Sardo): «Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir 
Hilfe?»
(Psalm 121,1)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen...
Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr - so sprach er - von mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und bin ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. (Apostelgeschichte 1,1ff)

Am 26. Mai haben wir die Auffahrt Christi gefeiert. Der, der als kleines Baby in unsere Welt gekommen war, der fuhr auf in den Himmel, aus dem er kam. Doch alleine will er seine Jünger und alle, die an ihn glauben nicht lassen. Die Kraft des Heiligen Geistes sagt er ihnen und uns zu, die auf uns herabkommen soll.

Es ist nun mehr als 30 Jahre her, dass ich an der Uni Bonn studierte und die Hebräischprüfung ablegen sollte. Als ich mich an meinen Platz im Prüfungssaal setzte, las ich die in das Pult eingeritzten Sprüche. Darunter: «Herr schmeiss Hirn vom Himmel – aber gezielt!» Ja¨, das konnte ich gut gebrauchen «Hirn und Verstand», um die vor mir liegende Prüfung zu bestehen. Doch die Prüfungen des Lebens haben mich etwas wesentlich Wichtigeres gelehrt. Es ist wesentlich, wessen Geistes Kind ich bin; was für mich die Massstäbe sind? Klugheit, Listigkeit, Taktiererei, um die eigenen Interessen zu verwirklichen oder vielleicht doch eher Wahrhaftigkeit, Sanftmut, Glaube, Hoffnung, Liebe?

Die Hebräischprüfung damals habe ich bestanden, doch tagtäglich habe ich aufs Neue die Prüfungen des Lebens zu bestehen im Suchen nach dem guten Weg – so wie alle Menschen.

Ich wünsche uns allen gesegnete Pfingsten – jeden Tag.
Pfarrer Michael Lo Sardo

Bereitgestellt: 26.05.2022     Besuche: 57 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch