Jubiläumsfest 750 Jahre Kirche Ammerswil
Schön wars...
Am Sonntag, 17. August 2025, fand das grosse Jubiläumsfest anlässlich der 750-Jahr-Feier der Kirche Ammerswil statt. Jung und Alt gemeinsam besuchten den Gottesdienst, assen, spielten zusammen und tauchten in die lange, spannende Geschichte der Ammerswiler Kirche ein.
Pfarrer Michael Lo Sardo begrüsste die Festgemeinde im Schulhaus Ammerswil mit dem Psalm 118, Vers 24: «Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.» Lo Sardo betonte: «Das ist die Kirche des Dorfes, sie kennt keine konfessionellen Grenzen, ist offen für alle. Die Kirche steht für das Leben!» Der Jugendchor der Kantorei Lenzburg führte das mit seinem Gesang augenscheinlich vor, die hellen Stimmen des jungen Lebens erfüllten die Turnhalle.
Bewegte Geschichte
Christoph Weber-Berg, Präsident der Landeskirche Aargau, blickte in der Predigt auf die lange, bewegte Geschichte der Ammerswiler Kirche zurück. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung von 1275 ist die Kirche älter als der Rütlischwur. Die Ammerswiler waren Untertanen der Kyburger, dann der Berner und wurden schliesslich mit der Reformation zu einem Aussenposten zum katholischen Freiamt. Die Kirche hat schon viele schwierige Zeiten gesehen, Hungerjahre oder etwa die Villmerger Kriege. Auch heute gilt: «Gott loht sini Chille nid im Stich, es wird wiitergoo!» betonte Weber-Berg.
Andreas Hopf überbrachte Glückwünsche vom Pastoralraum Unteres Freiamt: «Ihr teilt euer Leben im Hier und Jetzt. Wir teilen mit euch unser Christsein und unsere Vielfalt.» Frau Gemeindeammann Katharina Engeler sprach von der Kirche als Zentrum des Dorfes. Die Ammerswiler Kirche habe Generationen von Menschen begleitet und stehe für eine grosse Beständigkeit. Kirchenpflegepräsident Beat Widmer hielt sich kurz: «Zämme mached mir äs Fäscht!» Er lud zum gemeinsamen Essen auf dem Schulhausplatz, guten Gesprächen, stillen Momenten in der Kirche, dem Besuch des alten Uhrwerks von 1604 und anderem mehr.
Gemeinsame Zeit verbindet
Nach dem Gottesdienst gab es feine Spiessli vom heissen Holzkohlengrill, Salate, Getränke, Kaffee und Kuchen. Die Kinder vergnügten sich auf der Wiese an verschiedenen Spielständen. Danach begab man sich Richtung Kirche, genoss die Ruhe, besichtigte den Glockenturm, erfuhr auf dem Zeitstrahl viel Wissenswertes über die lange Geschichte des Gotteshauses. Man war eingeladen seinen Namen an eine der 750 Wäscheklammern entlang der Seitenwände zu heften oder man machte ein lustiges Selfie mit dem grossen Bilderrahmen, den die Kinder während dem Gottesdienst verziert hatten.
Eine Kirche für alle
Später traf man sich in der Kirche zum Musical «Wem sis Huus, Flädermuus?» von Andrew Bond. Die 32 Kinder und sechs Leiterinnen hatten innert kurzer Probezeit etwas Grosses auf die Beine gestellt. Die Kinder, beziehungsweise Mäuse, Fledermäuse, Vögel und Menschen, fragten sich: «Wem gehört eigentlich die Kirche?» Ganz einfach: «D’Chille isch für alli do!» Auf das Schlusslied «Wo isch Gott? Im Himmel. Wo isch das? Überall!» erhielten die MusicaldarstellerInnen tosenden Applaus. Ammerswiler, Dottiker, Dintiker, Hägglinger und solche aus dem Ballygebiet haben sich an diesem Sonntag zusammengefunden und ausgelassen 750 Jahre Kirche Ammerswil gefeiert.
Iris Zimmermann