Tamara Minder

An-ge-dacht

ralphs_fotos-apples-3535566 (2) (Foto: Bild von Ralph auf Pixabay)

Wo die echte Veränderung beginnt.
«Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Galaterbrief 5,22–23. - Ist das bei euch so?»

Hand aufs Herz: Wie oft nehmen wir uns vor, besser zu reagieren? Mehr Geduld zu haben, wenn die Nerven blank liegen. Freundlicher zu sein, wenn das Gegenüber anstrengend ist. Oder gelassener zu bleiben, wenn der Alltag uns überrollt. Wir strengen uns an, beißen die Zähne zusammen – und merken doch immer wieder, wie schnell unsere eigenen Kraftreserven aufgebraucht sind.

Der Apostel Paulus zeigt uns im Galaterbrief einen völlig anderen Weg. Er spricht nicht von einer Liste an Pflichten, die wir abarbeiten müssen, um Gott zu gefallen. Er spricht von einer Frucht. Das ist ein entscheidender Unterschied: Ein Baum strengt sich nicht krampfhaft an, um Äpfel oder Birnen hervorzubringen. Er produziert keine Frucht durch Willenskraft, sondern weil er gut verwurzelt ist, Sonne tankt und mit Nährstoffen versorgt wird. Die Frucht wächst ganz natürlich aus seinem Inneren heraus.

Genau das ist das Geheimnis unseres Glaubens: Die Frucht des Glaubens ist nicht das Ergebnis unserer menschlichen Anstrengung, sondern das Werk des Heiligen Geistes in uns.

Wenn wir Gott Raum in unserem Leben geben, fängt sein Geist an, unser Herz von innen heraus zu verändern. Er schenkt uns eine Liebe, die nicht von Gegenleistungen abhängt. Er pflanzt einen Frieden in uns, der auch im stürmischen Alltag hält. Und er schenkt uns die Geduld und Freundlichkeit, die wir aus eigener Kraft oft gar nicht aufbringen können.

Veränderung geschieht also nicht durch eigenen Krampf, sondern durch Beziehungsarbeit mit Gott. Unsere Aufgabe ist es nicht, die Frucht selbst zu machen – sondern wie ein Baum nahe bei der Quelle zu bleiben.

Impuls für die Woche: An welcher Stelle versuchst du gerade, Dinge aus eigener Kraft zu erzwingen? Halte kurz inne und bitte den Heiligen Geist ganz bewusst, in dieser Situation in dir zu wirken und seine Frucht in deinem Leben wachsen zu lassen.

Nadja Deflorin, Sozialdiakonin

Bereitgestellt: 25.09.2026