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Tamara Minder

Gemeinde und Geschichte

Die Kirchgemeinde Ammerswil umfasst die Reformierten der Gemeinden Ammerswil, Dintikon, Dottikon, Hägglingen und Ballygebiet (Teil der politischen Gemeinde Villmergen). Sie zählt über 2000 Mitglieder.
Die Kirche, ursprünglich dem Heiligen Petrus geweiht, geht auf das Mittelalter zurück. Erhalten sind Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Der Turm entstand kurz vor 1500. Die Glocken tragen die Jahreszahlen 1498 und 1499. Das Pfarrhaus stammt von 1783 und wurde vom Architekten Ahasver von Sinner gebaut. Um das Pfarrhaus gruppieren sich die sogenannten Pfrundgebäude, der Spycher und die Remise, die rund hundert Jahre älter sind als Pfarrhaus.
Kirche Ammerswil - Pfarrhaus<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde-ammerswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>4</div><div class='bid' style='display:none;'>10</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

 

Baugeschichte Kirche
Das Gotteshaus des Heiligen und Zwölfboten Petrus bestand anfänglich nur aus dem romanischen Schiff, welches im Laufe der Jahrhunderte erweitert wurde. Um 1350 wurde das Kircheninnere mit vielen Malereien reichlich ausgeschmückt.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts mussten diese Fresken umfangreichen Bauarbeiten weichen. Der mächtige Turm wurde an die Westseite des Schiffes angebaut, ebenso an die Nordmauer eine Sakristei. Die ursprünglichen Fenster wurden durch spitzbogige ersetzt. Bald konnten die ersten Glocken geweiht werden; sie tragen die Jahrzahlen 1498 und 1499. Erstere und zwei andere versehen bis heute ihren Dienst.
Im Jahre 1604 erhielt der Turm eine Uhr. Das handgeschmiedete Uhrwerk versah seinen Dienst bis 1948. Heute kann es im Spycher besichtigt werden. Die letzte grosse bauliche Umgestaltung bildet der Anbau des Chors mit dem vierseitigen Abschluss vom Jahre 1640. Seither hat sich an der äusseren Form unserer Kirche nichts Wesentliches mehr verändert. Innen wurde im gleichen Jahr die neue eichene Kanzel aufgestellt und rundbogige Fenster eingesetzt.
1770 wurde die Kirche renoviert. Aus jenem Jahr stammt der Taufstein, den der Lenzburger Landvogt Johann Rudolf Schmalz gestiftet hat. Eine umfassende Innenrenovation erfolgte 1904: Damals wurden die alten Fresken freigelegt. Eine Aussenrenovation erfolgte 1948. Nach einer weiteren Innenrenovation wurde im Jahr 1959 die gegenwärtige Orgel gebaut.
Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude
Das gegenwärtige Pfarrhaus wurde nach Plänen des Berner Architekten Ahasver
Carl von Sinner erbaut und im Jahr 1783 fertig gestellt. Wiederholt renoviert und
saniert, dient es den Pfarrpersonen als Wohnsitz.
Der Spycher oder Pfrundspeicher ist zwei-geschossig, ruht auf Holzschwellenrahmen und trägt die Jahrzahl 1685. Ursprünglich diente das Gebäude
dem Pfarrer als Vorratsraum. Später richtete die landwirtschaftliche Genossenschaft
eine Mühle ein, und der Verwalter verkaufte dort auch Futtermittel und
Spezereien. Heute steht im ersten Stock die alte Kirchturmuhr, die von 1604 bis
1948 ihren Dienst im Kirchturm versah. Die Remise dient heute als Unterrichtsund
Sitzungsraum und ist Treffpunkt für kirchliche Anlässe.
Geschichte der Kirchgemeinde
Hochmittelalter – Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche Ammerswil stammt
aus dem Jahr 1275 (Zehntliste Pabst Gregor X.) Die alte Pfarrei Ammerswil bestand
aus den drei Teilen Ammerswil, Hinter-Dottikon und Ober-Othmarsingen. Die
Marienkapelle in Othmarsingen bildete mit dem St. Peter in Ammerswil ein Ganzes.
Die Kapelle wurde 1675 abgerissen und durch die heutige Kirche ersetzt.

Reformation – Unter Pfarrer Markus Spengler (Amtsjahre 1528-1541) vollzog sich
im Gebiet des Berner Aargaus der Wechsel zum Protestantismus. Mit dem Jahr 1531
änderte sich der Bestand der Pfarrei recht einschneidend. Dottikon wurde als
Freiämter Gemeinde von Ammerswil abgetrennt und nach Hägglingen eingepfarrt. An
seiner Stelle kam Dintikon neu zur Ammerswiler Pfarrei. Bislang hatte Dintikon zur
Pfarrei Villmergen gehört, was heute noch an der engen Beziehung zwischen den
beiden Dörfern abzulesen ist. Damit war der äussere Bestand der Kirchgemeinde
Ammerswil einigermassen gewahrt.

Kirchenzehnt – Die meisten Ammerswiler Prädikanten sind bis an ihr Lebensende
der Gemeinde treu geblieben und liegen zum Teil hier begraben. Sie
bewirtschafteten im Allgemeinen das Pfrundland selbst und wurden grossteils mit
Naturalien besoldet. Die Pfrund war gut, d.h. es liess sich hier leben. Für den
Landvogt auf Schloss Lenzburg zogen die Prädikanten den grossen Zehnten ein. Sie
durften soviel Vieh auf die Gemeindewiese treiben als der grösste ‘Pur’.

Glaubenskriege – Als letzte Pfarrei im Berner Aargau gegen das Freiamt hin kam
Ammerswil auch weiterhin Bedeutung zu. Im sogenannten Bauernkrieg von 1653 bei
Wohlenschwil trat der Ammerswiler Prädikant Jakob Hemmann als Vermittler auf. Die
toten Soldaten aus den Reihen der Berner in den Villmerger Kriegen von 1656 und
1712 – es sind ihrer etwa 800 – liegen auf dem Kirchhof Ammerswil begraben.
Als Dottikon im Jahre 1865 eine eigene Kirche einweihte, waren die Behörden von
Ammerswil, Dintikon und Othmarsingen unter den geladenen Gästen. Hatten ihre
Gemeinden doch den Bau durch stattliche Bauholzgaben mitermöglicht und so der
alten Verbundenheit in feiner Weise gedacht.
Neuzeit - 1879 führte Othmarsingen die Gründung einer eigenen Kirchgemeinde durch und
wurde selbständig. Heute überspannt unsere Kirchgemeinde die Konfessionsgrenze - Ammerswil und Dintikon liegen im traditionell reformierten Bezirk Lenzburg. Dottikon, Hägglingen und das Ballygebiet gehören dagegen zum katholischen Bezirk Bremgarten, Teil des unteren Freiamts.
Quellen und mehr Informationen
Bereitgestellt: 03.01.2017     Besuche: 35 Monat 
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