Tamara Minder

Konzertrückblick "Ars Canora"

DSC_1928 (Foto: Iris Zimmermann)

Nordische Klänge in der Dottiker Kirche
Klangvolle Musik aus Nordeuropa erfüllte am Samstagabend das Kirchenschiff. 18 Sängerinnen und Sänger erschufen musikalische Bilder in Reinheit.

Die Konzertreihe zu «750 Jahre Kirche Ammerswil» machte am 22. März 2025 Halt in Dottikon. Nordische Chor- und Orgelmusik mit dem Vokalensemble Ars Canora wurde den MusikliebhaberInnen präsentiert. Sphärisch fliessende Klänge, ineinander verwobene Stimmen prägten den Abend. Werke von Philip Stopford, Vytautas Miskinis, Edvard Grieg, Veljo Tormis oder Toivo Kuula wurden aufgeführt. In Kurt Nystedts «O crux» waren auch Misstöne, Disharmonien auszuhalten, als die SängerInnen davon erzählten «den Preis der Erde zu tragen». Jede einzelne Stimme fügte sich in das Ganze, trug zum zusammenfliessenden Klang bei.

Chorleiter Stephan Fuchs liess seine SängerInnen von den Seitengängen oder von der Treppe aus in verschiedenen Formationen die Kirche «bespielen». Im Psalm 2 von Felix Mendelssohn «Warum toben die Heiden» traten die SängerInnen im Wechsel befehlend, energisch, dann wieder ängstlich und lieblich auf.

Organist Frédéric Champion streute zwischen die Liedvorträge Werke von John Ireland oder Felix Mendelssohn-Bartholdy, was dem Abend die nötige Leichtigkeit vermittelte. Lebendig und virtuos war sein Spiel auf der Späth-Orgel.

Ein Höhepunkt des Chorvortrags war die Aufführung des «Pseudo-Yoik» von Jaakko Mäntyjärvi. Keine sinnvollen Worte, angelehnt an die samische Sprache der skandinavischen Nomaden, erhielten durch die prägenden Stimmen vieldeutige Inhalte. Denn sehr lebendig, freudvoll und kräftig wusste diese musikalische Idee zu begeistern. Ob finnisch, englisch, lateinisch oder deutsch, man musste die Worte nicht verstehen, die Klänge berührten in jedem Fall die Herzen der Zuhörenden. Einziger Makel dieser 90 Minuten nordischer Musik war die geringe Besucherzahl. Aber wer dort war, hat die Professionalität und Perfektion der Vortragenden über alle Massen geschätzt.

Iris Zimmermann
Bereitgestellt: 25.03.2025