Junge Talente begeistern im Risi
Klänge vom Barock bis ins 20. Jahrhundert boten drei aussergewöhnliche junge Musiker aus der Region am Samstagabend in Dottikon.
Die Konzertreihe zu «750 Jahre Kirche Ammerswil» neigt sich langsam dem Ende entgegen. Am Vorabend zum ersten Advent konzertierten Jakob Schildhauer, Blockflöte und Oboe, Tim Meyer, Cello, und Judith Flury, Klavier, im Lichthof des Risi. Es wurde wie von Pfarrer Michael Lo Sardo angekündigt ein fröhlicher Abend und ein Ohrenschmaus.
Ungemein virtuos spielten Jakob Schildhauer (Brugg) und Tim Meyer (Hägglingen) zu Beginn Corellis Sonate 11 in E-Dur. Das rasante Tempo forderte eine eindrückliche Fingerfertigkeit an der Flöte. Ähnlich einem Hochleistungssportler spielte Schildhauer. Die barocken Klänge gingen ins Herz. In absoluter Harmonie folgte Georg Phillip Telemanns Sonate in f-Moll. Warm, sinnlich und lieblich darauf ein Werk von Camille Saint-Saëns aus dem Jahr 1921. Klarinette und Klavier verwoben sich zu einer gefühlvollen Einheit. Tim Meyer schwärmte von der Sonate von Samuel Barber für Violoncello und Klavier. Bei diesem kaum bekannten Stück «cha me vill zeige», führte er seine Vorliebe aus. Es war dramatisch wild, voller Sehnsucht und führte am Ende bis ins Nichts.
Am Ende ertönten Oboe, Cello und Klavier beim sogenannten Gassenhauer von Ludwig van Beethoven. Judith Flury (Lenzburg), Jakob Schildhauer und Tim Meyer harmonierten perfekt, musizierten mit Herz und Leidenschaft. Als Zugabe nach dem herzlichen Applaus spielten sie «Es ist ein Ros entsprungen» auf drei Flöten. Es war eine Stunde voller musikalischer Virtuosität, vorgetragen von drei grossen, regionalen Talenten ihres Fachs.
Iris Zimmermann