An-ge-dacht
Jesus spricht zu Thomas:
Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Johannes 20,29
Unzählige Zeichen am Wegesrand, an Häusern, auf Kirchtürmen und Berggipfeln sind sichtbare Zeichen, Zeichen der Verkündigung einer für uns nicht sichtbaren Geschichte. Es ist die Geschichte, die an Weihnachten „beginnt“ und in der Osterbotschaft gipfelt. Gott, der in seinem Sohn Mensch geworden war, der unter den Menschen lebte, die Botschaft der Liebe Gottes zu uns Menschen und den Aufruf „Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst“ predigte, war tot. Hingerichtet von den Mächtigen seines Landes. Seine Botschaft, sein Handeln war ihnen ein Dorn im Auge. Er rüttelte mit Worten und Taten der Liebe an ihrer Macht. Sie haben ihn um die Ecke gebracht. So, wie es heute immer noch getan wird. Gewalt, Mord und Totschlag als Mittel der Machterhaltung, wenn Worte nicht mehr helfen.
Doch Gott hat seinen Sohn nicht im Tod gelassen. Er hat seinen Tod auch nicht mit tötlicher Rache beantwortet. Er hat Jesus von den Toten auferweckt und somit den Menschen vor Augen geführt, dass er der wahre Mächtige ist. Gott schenkt Leben. Gott schenkt neues Leben, wo der Tod regieren sollte. Unglaublich!
Unglaublich auch für den Jünger Thomas. Er muss sehen, um glauben zu können. Doch ist dies dann wissen, weil er Jesus gesehen hat?
Wir heute können den Auferstandenen nicht sehen. Doch wir hören und lesen diese unglaubliche Botschaft. Eine Botschaft, die Menschen seit Jahrhunderten immer wieder Hoffnung geschenkt hat. So, dass sie das Zeichen dieser Hoffnung an allen möglichen Stellen aufgestellt, angebracht haben. Das sichtbare Zeichen für das für uns unsichtbare Ereignis des Todes und der Auferstehung Christi.
Doch wir können es noch heute sehen, wenn wir es mit dem Herzen schauen, uns in der Seele davon anrühren lassen. Diese Botschaft hören wir immer wieder neu. Auch dieses Jahr in den Gottesdiensten an Karfreitag, in der Osternacht und am Ostersonntag.
Seien Sie herzlich eingeladen, diese Gottesdienste miteinander zu feiern; in Ammerswil oder an einem anderen Ort, wo Menschen sich versammeln, weil sie zwar nicht sehen, aber doch glauben – hoffen – lieben.
Gesegnete Zeit.
Pfr. Michael Lo Sardo